Dienstag, 15. Mai 2012

Transpiriere dich fit!

Bikram Yoga, auch Hot Yoga genannt ist eine Wohltat für den Körper

Schwitzen, wie in der Sauna und das nur bei 38 Grad. Bikram Yoga bringt Körper und Geist ins Gleichgewicht und schwitzt schädliche Stoffe aus dem Körper. Eine spirituelle, gesunda und gleichzeitig entspannende Yogastunde der besonderen Art. Ein effektives Training für ein gesundes und erfülltes Leben.
"Namaste" - nun sind die 90 Minuten schon wieder um. 26 Übungen, die indisch Asa.as heißen, werden immer in der selben Reihenfolge durchgeführt, davon 2 Atemübungen, die Pranayamas. Eine zu Beginn und eine am Schluss. Angeleitet werden die Kursteilnehmer von einem Yogatrainer, der durch die 1,5 Stunden führt, nur mit der stimmlichen Anleitung. Er, heute Özkan, sitzt in der "japanischen Haltung", dem Schneidersitz des Yogas, auf einem Podest in der Mitte des Raumes und führt durch die Übungen. Er, gertenschlank, durchtrainiert, seine dunklen lockigen Haare als Zopf zurückgebunden und nur mit kleinem schwarzen engen Höschen bekleidet.
Geredet wird ohne Punkt und Komma, doch das gilt nur für den Trainer. Der Rest muss schweigen und konzentriert sich fast schon verbissen, nur auf sich. Jede Haltung besteht aus zwei Sets, jede Übung wird zweimal wiederholt. Die erste Trinkpause ist erst nach der vierten Übung und darf nur nach einer abgeschlossenen Haltung zu sich genommen werden. Das Sawasana, die Ausruhposition erfolgt nach den Bodenübungen. Gemeinsam erfolgt dann der Bikram Sit-up. Alle Übungen sollen möglichst gleichzeitig durchgeführt werden, egal wieviel Mit-Yogies im Raum sind.

„Diese 90 Minuten gehören nur dir, tue dir etwas Gutes, denke nur an die Entspannung und an die Übungen, versuche immer tiefer in die Asanas zu kommen, schalte komplett ab, im Yogaraum existieren keine belastenden Gedanken, du tust hiermit etwas für deine Gesundheit und du gibst deinem Körper Power, denn das ist der einzige Sport, der dir Energie zurückgibt und ihn dir nicht raubt.“ Aha, gut zu wissen. Das leuchtet mir bis heute noch nicht ein, denn jedes mal nach der Yogasession fühle ich mich zwar super, aber eher ausgepowert und nicht als könnte ich Bäume ausreißen. Naja dem Körper tut es ja sehr gut, obwohl man denkt, dass man die ausgeschwitzten Wasserreserven gar nicht mehr auffüllen kann. Gefühlte 20 Liter hat man in den 90 Minuten verloren und 1,5 Liter währenddessen getrunken.

38 Grad, eine Bullenhitze, der Körper entgiftet und schwitzt alle schlechten Stoffe einfach raus.
Doch was feststeht ist, dass sich bei der Temperatur die Muskeln besser dehnen lassen und man viel beweglicher ist, was für die Gelenke wiederum gesünder ist. Außerdem wird der Stoffwechsel angeregt, das Immunsystem wird gestärkt und die Fettverbrennung wird unterstützt. Halbnackt schwitzen die Yogabegeisterten und lächeln in den Spiegel vor ihnen. Das Publikum ist bunt durchgemischt und ist eigentlich für jeden geeignet, ganz nach Bikrams Devise: „Es ist nie zu spät, es ist nie zu schlimm, Sie sind nie zu alt, Sie sind nie zu krank!“

550 Studios weltweit bieten Bikram Yoga an. Davon auch eines in München in der Nähe des Rotkreuzplatzes. Der Gründer Bikram Choudhury hat sich die Abfolge der Übungen markenrechtlich schützen lassen und vermarktet es als Franchisesystem wie McDonalds. Er ist mittlerweile der bekannteste Yogaguru der Welt, der sich nur mit seinem Vornamen ansprechen lässt. Der in Kalkutta geborene Inder vermarktet seine Yogaübungen und hat sich damit erst in Indien, dann in der Welt einen Namen gemacht. Bikram ist nun über 65, sieht aber wesentlich jünger aus, hat kein Gramm Fett an sich, keine Falten, ist top fit und rundumgesund, trotz der nur drei Stunden Schlaf nächtlich. Er ist durch sein Yoga mehrfacher Millionär geworden und wohnt seit den 70ern in Los Angeles.



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